Holzhaus Rheinwikinger


Doppelhaussolo in Holzvielfalt

Als im Oktober 2003 in der ordentlichen Siedlung aus den 50er Jahren mit dem Bau eines Holzhauses begonnen wurde, erregte dies unter den Anwohnern einige Skepsis. Dass später auch noch der Giebel mit einem Wikingersymbol geschmückt wurde, um dem Straßennamen Tribut zu zollen, brachte aber keine Wimper mehr zum Zucken. Spätestens mit dem Einzug der frischgebackenen Hausbesitzer gewöhnten sich die Nachbarn an Holzhaus „Rheinwikinger“.

Warme Farben

Für die kreative Lebendigkeit im Holzhaus zeichnet Hausherrin Ulrike Odenkirchen, eine Grafikdesignerin, verantwortlich. Mit viel Liebe zum Detail hat sie jeden Winkel dekoriert, hauptsächlich mit eigenen Werken. Hausherr Stefan Lemke, Diplomingenieur der Elektrotechnik, kümmert sich währenddessen um die praktischen Notwendigkeiten im Holzhaus: Der Innenausbau konnte komplett in Eigenleistung bewältigt werden. Nach dem Motto „Gut Ding will Weile haben“ zog sich die endgültige Fertigstellung der Innenausbauten etwas in die Länge, zumal die Hausherren die Arbeiten „nebenbei“ erledigten. Die Geschosstreppe stellt nun einen auffälligen Blickpunkt im großen, offenen Wohn- Ess-Kochbereich im Erdgeschoss dar und scheint eher schmückendes Mobiliar denn notwendige Baumaßnahme zu sein. Gebaut aus Lärchenholz und Glas ergänzt sie kontrastreich aber harmonisch die Kieferblockbalken des Holzhauses.

Angenehmes Wohnklima

Warum die Entscheidung gerade auf ein Holzhaus fiel, erklärt Stefan Lemke mit dem besonderen Klima in Holzhäusern, das ihm nach Besichtigung verschiedener massiver Holzhäuser in Erinnerung geblieben war. Schnell hatte man sich für Fullwood Wohnblockhaus als Baupartner entschieden und präsentierte den dortigen Planern ein selbst gebasteltes Papiermodell des Traumhauses. Da man zu diesem Zeitpunkt noch von einem Doppelhaus ausging, entwarf Ulrike Odenkirchen eine entsprechende Hälfte. „Nachdem die Spezialisten von Fullwood Planung, Organisation und Aufbau in die Hand genommen hatten, verlief alles vollkommen reibungslos“, versichert Stefan Lemke zufrieden. Um Eintönigkeit im Haus zu vermeiden, kombinierten die Hausherren verschiedene Hölzer gekonnt miteinander. Im Dachgeschoss schreitet man über helles Kanadisches Ahorn, die kleine Sauna im Bad duftet nach dem verbauten Akazienholz, die bereits erwähnte rötliche Lärchenholztreppe verbindet die Etagen des Holzhauses aus hellem Kiefernholz, die Küche aus Birkenholz ergänzt zusammen mit im ganzen Gebäude verteilten, teils angestrichenen Holzmöbeln die harmonische Vielfalt. Zum Teil weiß verputzte Wände ergänzen das vorherrschende massive Holz. Im Bereich der Treppe öffnet sich dann die mit Holz verplankte Geschossdecke nach oben zur Galerie und schafft Platz für die bis zum First verglaste Terrassenfront. Gelegenheit den Blick in den weitläufigen Garten schweifen zu lassen hat man sowohl von der dem Wohnraum offen angeschlossenen Küche, als auch vom Esstisch und vom Sofa aus.

Rückzug und Entspannung

Oben passiert man auf dem langen Flur das großzügige Schlafzimmer mit Schleppgaube, welches sich über ursprünglich zwei geplante Räume erstreckt, und läuft direkt auf das schöne Badezimmer zu. Die folkloristischen Accessoires des Wohnbereiches setzen sich hier im Asiatischen Stil fort. „Eine Japanische Freundin hat mir immer aus ihrer Heimat etwas mitgebracht. Diese Mitbringsel halte ich hier in Ehren“, strahlt die Hausherrin. Die schwarzweißen Fußbodenfliesen aus kleinen Quadraten sorgen für Auflockerung und setzen die klaren, einfachen Formen des Raumes fort. Gleichzeitig ergänzen sie die weißen Wandfliesen und die an Fußboden, Wänden und Dachschrägen verwendeten Hölzer überraschend harmonisch. Dies erklärt wohl die gleichzeitig spürbare Ruhe und Lebendigkeit des Raumes. Ein Ort echter Wellness. Das asiatische Flair und eine im Fußboden unter Glas schlängelnde Lichterkette tun ihr Übriges.

Wohnen und Arbeiten unter einem Dach

Das urban gelegene Holzhaus dient aber nicht nur zum Wohnen, sondern bietet der Grafikdesignerin im Kellergeschoss ein riesiges Atelier zum Arbeiten. Auch hier fällt durch die großen Fenster und Türen viel Tageslicht herein. Eine großzügige Abgrabung des Erdreiches unterhalb und vor der Terrasse ermöglicht sogar das Hinaustreten in ein Stück „tiefer gelegten“ Garten. Wo eigentlich die ergänzende Haushälfte hingehört hätte, verschönt ein aus Natursteinen gemauerter Kamin die fast fensterlose Außenwandfläche. Er stellt als Gegengewicht zur gegenüberliegenden Schleppgaube ein optisches Gleichgewicht zu der unkonventionellen Asymmetrie des Gebäudes her. Im Nachhinein sind die Hausherren sogar froh das große Grundstück ganz für sich alleine zu haben. Auch der Einbau eines Fensters an der Anschlusswand war nur durch das Weglassen des Anbaus möglich. An der Straßenseite befindet sich unter der abgeschleppten Traufe der Eingangsgangsbereich mit angeschlossenem Carport. Das ermöglicht ein Betreten des Holzhauses trockenen Fußes. Auf dem Dach wurden Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung installiert.