Ökologisch bauen: Was das beim Holzhaus konkret bedeutet

Wer ökologisch bauen möchte, steht vor einem Problem: Der Begriff ist weder geschützt noch genormt. Es gibt keinen Grenzwert, den ein Haus einhalten müsste, und keine Behörde, die ihn vergibt. Prüfbar ist deshalb nicht das Etikett, sondern die Konstruktion: welche Materialien in der Wand stecken, wie sie gefügt sind und wie sie sich am Ende des Lebenszyklus trennen lassen. Dieser Beitrag zeigt, welche Kriterien Sie beim Bauen mit Holz konkret prüfen können und wie ein Holzhaus von Fullwood dabei abschneidet.
Baut man mit einem Fullwood-Haus automatisch ökologisch?
Nein. „Ökologisch“ ist kein geschützter oder genormter Begriff, deshalb kann ihn kein Hersteller für sich beanspruchen. Belegbar sind dagegen die Eigenschaften der Bauweise: massives Kiefernholz aus skandinavischen Wäldern, ein diffusionsoffener Aufbau ohne Kunststoff-Dampfsperre und Dämmstoffe aus Holzfaser und Zellulose. Ob Sie das „ökologisch“ nennen, entscheiden Sie anhand dieser Fakten.
Ökologisch bauen: Fünf prüfbare Kriterien
Statt auf Adjektive zu vertrauen, lohnt sich der Blick auf fünf Punkte, die Sie bei jedem Anbieter erfragen und vergleichen können. Sie taugen als Checkliste für jede Bauweise, nicht nur für den Holzbau:
- Herkunft und Nachweis des Baumaterials: Gibt es ein Zertifikat der Waldbewirtschaftung, etwa von FSC oder PEFC, und ist die Kette bis zum verbauten Stoff nachvollziehbar?
- Weitere Materialien: Welche weiteren Materialien werden in der Konstruktion verwendet?
- Aufbau der Gebäudehülle: Arbeitet die Wand diffusionsoffen oder mit Kunststoff-Dampfsperre?
- Individuelle Bemessung: Werden bei der Bemessung die jeweilige Konstruktion und Planung sowie die gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt?
- Rückbau und Trennbarkeit: Lassen sich die verwendeten Materialien am Ende sortenrein trennen?
Bauen mit Holz aus Skandinavien: Worauf Sie bei Materialien achten sollten
Holz ist in Skandinavien seit Jahrhunderten der wichtigste Baustoff für Wohnhäuser, und auch in Deutschland ist es seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch. Bessere Holzbearbeitungsverfahren und das wachsende Interesse am naturnahen Bauen tragen dazu bei. Mit dem Ziel, ökologisch zu wohnen und zu bauen, sollten Sie schon weit vor Baubeginn alle Materialien prüfen: Herkunft, Herstellung und Transport des Baumaterials, dazu Energieeffizienz, Pflegeaufwand und mögliche toxische Substanzen im Baustoff.
Fullwood baut seit über 60 Jahren Wohnblockhäuser aus massivem Holz und kann Ihnen zu jedem eingesetzten Material Herkunft, Aufbau und Verarbeitung im Detail erläutern. Eine Übersicht der eingesetzten Materialien finden Sie im Beitrag zu ökologische Baustoffe.
Herkunft des Holzes
Das Holz für Fullwood Wohnblockhäuser stammt aus skandinavischen Wäldern. Das hat einen bautechnischen Grund. Die Bäume wachsen in Skandinavien sehr langsam und liefern damit engringigeres und damit dichteres Material als schnell wachsende Bäume aus wärmeren Regionen. Das Holz der nordischen Kiefern bleibt ohne Außenlasur sehr lange beständig, weshalb wir es vor dem Verarbeiten nicht chemisch behandeln, sondern sorgfältig technisch trocknen. Konkret bedeutet das: Die Wandbauteile werden ohne Holzschutzmittel und ohne Lösemittel verarbeitet.

Holz als Baustoff: Woher der Rohstoff kommt und wie er zertifiziert ist
„Aber Bäume abzuholzen schadet dem Klima. Damit kann man doch nicht nachhaltig und ökologisch bauen!“, werden jetzt einige Kritiker sagen. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Dass in Skandinavien wiederaufgeforstet werden muss, ist gesetzliche Pflicht und damit keine Besonderheit unseres Angebots, sondern eine Rahmenbedingung des Beschaffungsmarkts.
Das für die Blockhäuser von Fullwood verwendete Holz ist FSC-zertifiziert. Das FSC-System stellt Anforderungen an die Waldbewirtschaftung und an die Lieferkette und wird von unabhängigen Stellen überprüft. Eine Aussage über die Nachhaltigkeit eines gesamten Hauses lässt sich daraus nicht ableiten, denn das Zertifikat bezieht sich auf den Rohstoff und dessen Herkunftsnachweis. Das Zertifikat können Sie bei uns einsehen. Wie Gütesicherung im Holz- und Blockhausbau organisiert ist, regeln außerdem die RAL-Gütezeichen.
Graue Energie und Kohlenstoff: Was sich beim Baustoff Holz belegen lässt
Natürlich spielt beim ökologischen Bauen nicht nur der spätere Energieverbrauch des Hauses, sondern auch die sogenannte graue Energie, die auf die Energiebilanz einzahlt, eine Rolle. Dazu gehört der Energieaufwand, der durch Herstellung, Transport, Lagerung und Entsorgung der Baustoffe anfällt. Für den Herstellungsaufwand von Baustoffen liegen Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) vor. Fullwood ist Mitglied der Gütegemeinschaft CO₂-senkende Holzbauwerke e. V. Das von ihr vergebene RAL-Gütezeichen „CO₂-senkende Holzbauwerke“ (RAL-GZ 425) berücksichtigt im vorgeschriebenen Nachweisverfahren über die Umwelt-Produktdeklarationen auch die Herstellungsenergie der eingesetzten Baustoffe und Bauteile. Ein belastbarer Vergleich zwischen Holz, Mauerziegel, Stahl und Beton setzt voraus, dass Bezugsgröße, Bauteilaufbau und Betrachtungszeitraum offengelegt werden. Pauschale Ranglisten führen deshalb in die Irre, die Vergleichsmethodik entscheidet.
Kohlenstoff im verbauten Holz
Bäume nehmen während des Wachstums Kohlendioxid auf. Der Kohlenstoff bleibt im verbauten Holz gebunden, solange das Bauteil existiert. In einem Kubikmeter Holz sind nach Angaben des Thünen-Instituts rund 0,3 Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Bei Verbrennung oder Zersetzung wird er wieder frei. Die genaue CO₂-Bilanz eines Gebäudes zeigt erst eine vollständige Ökobilanz nach ISO 14040 und 14044.
Wärme, Oberflächentemperatur und Lehm: Die bauphysikalischen Eigenschaften
Mit Holz lässt sich eine wirksame Wärmedämmung verwirklichen, im Vergleich zu anderen gängigen Baustoffen ist das sogar bei deutlich geringeren Wandstärken möglich. Durch seine natürlichen Isolationseigenschaften bietet Holz eine im Vergleich zu Stein höhere Oberflächentemperatur, was die empfundene Wärme im Raum beeinflusst. Fachlich beschrieben wird das über die geringe Wärmeleitfähigkeit von Nadelholz, die je nach Holzart und Dichte bei etwa 0,09 bis 0,13 W/(m·K) liegt. Deshalb eignet sich Holz für Böden, Decken und Wände.
Lehm kann bei den Wandaufbauten ergänzend eingesetzt werden. Ob er zum Einsatz kommt, entscheiden die Bauherren individuell. Er nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie zeitverzögert wieder ab. Dieses Sorptionsverhalten ist messbar und in den Regelwerken des Dachverbands Lehm e. V. beschrieben. Bereits dünne Lehmputzschichten puffern Feuchtespitzen ab, wie sie beim Kochen oder Duschen entstehen. In individuellen Erfahrungsberichten beschreiben Kunden das Raumklima in Häusern mit Lehm im Wandaufbau als noch angenehmer.
Luftdichtheit: Gemessen statt behauptet
Unsere modernen Montagetechniken verringern den Heizbedarf zusätzlich: Die passgenauen Holzelemente werden schon vor dem Bau so vorbereitet, dass es danach nicht zum typischen „Setzen“ der Bauteile kommt.
Wie luftdicht ein Gebäude tatsächlich ist, zeigt die Differenzdruckmessung nach DIN EN ISO 9972, der Blower-Door-Test. Gemessen wird der Luftwechsel bei 50 Pascal Druckdifferenz, der n50-Wert. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) begrenzt ihn bei Gebäuden ohne Lüftungsanlage auf 3,0 pro Stunde, mit Lüftungsanlage auf 1,5 pro Stunde. Für unsere Gebäude liegen Messprotokolle vor, die Werte erhalten Sie auf Anfrage projektbezogen. Das GEG hat die frühere Energieeinsparverordnung (EnEV) 2020 ersetzt; seine Anforderungen sind für jeden Neubau Pflicht und damit kein Vorteil eines einzelnen Anbieters.
Raumluftfeuchte im Holzhaus: Was der Aufbau bewirkt
Durch seine Fähigkeit zu „atmen“ kann Holz als Baustoff zudem die Raumluftfeuchtigkeit im Haus beeinflussen. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit nimmt es Wasser aus der Luft auf und gibt es langsam nach außen ab. Möglich ist das, weil die Wandkonstruktion diffusionsoffen aufgebaut ist und ohne Kunststoff-Dampfsperre auskommt. Viele Bewohner beschreiben Raumklima und Holzgeruch als angenehm, das ist eine subjektive Rückmeldung und kein Wirkversprechen. Auch deshalb haben sich die Eigentümer des „Holzhaus Holland“ für ihren Bungalow oder die Bauherren von Holzhaus Westerwald für ihr Schwedenhaus von Fullwood entschieden.
Da unser Holz bereits trocken verbaut wird, müssen sich Bauherren auch keine Sorgen um mögliche Baufeuchte machen, die bei Massivhäusern oft noch nach der Errichtung des Hauses ein Problem darstellt. In unsere Wohnblockhäuser können Sie nach der Fertigstellung sofort einziehen.
Über das Holz hinaus: Welche Dämmstoffe verbaut werden
Nicht nur das Hauptbaumaterial Holz lässt sich prüfen, sondern auch die übrigen Materialien der Fullwood-Holzhäuser. So sind in unseren Kombiblockwänden und bei der Dachdämmung pflanzenbasierte Dämmstoffe wie Holzweichplatten und Zellulose-Fasern Standard. Zellulosedämmung wird aus Altpapier hergestellt, überwiegend aus Zeitungspapier. Beide Dämmstoffe sind kapillaraktiv, nehmen also Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab. Die genauen Produktkennwerte, etwa Wärmeleitfähigkeit und Rohdichte, stehen in den Datenblättern der Hersteller. Auf Wunsch verbauen wir auch andere Dämmstoffe.
Für die Dachbedeckung stehen neben Tonziegeln unter anderem auch ein Gründach zur Auswahl. Ein begrüntes Dach speichert einen Teil des Niederschlags zwischen und gibt ihn verzögert ab. Wie stark es sich auf den Wärmeschutz auswirkt, hängt vom Aufbau und der Substratdicke ab.

Ausstattung im Haus: Freie Materialwahl im Innenausbau
Wer konsequent nachhaltig und ökologisch bauen möchte, plant auch die Innenausstattung nach eigenen Kriterien. Bei Bodenbelägen, Terrassen, Treppen und Farben können Sie aus der gesamten Marktpalette frei wählen. Wer Inhaltsstoffe gezielt prüfen möchte, kann sich an anerkannten Kennzeichnungen wie dem Blauen Engel oder dem EU-Umweltzeichen orientieren, die für viele Innenraumprodukte vergeben werden. Die Eigentümer des massiven Blockhaus Frankenalb nutzten beim Innenausbau vorrangig natürliche Materialien wie Steinfliesen.
Strom für das Haus aus Solar- und Photovoltaik-Anlagen
Auch bei der Haustechnik und den sanitären Einrichtungen gibt es viele unterschiedliche Systeme, die den Energiebedarf eines Eigenheims senken können. Holzhaus-Hersteller Fullwood bietet Solar- und Photovoltaik-Anlagen, Erdwärmepumpen, kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnungssystem oder konventionelle Holzpelletöfen als Energiequellen an. Hier empfiehlt es sich, für die persönlichen Bedürfnisse beim ökologischen Bauen einen Experten hinzuzuziehen. Im Niedrigenergiehaus Zum Bähnle arbeitet eine Luftwärmepumpe. Und selbst für Gemeinschaftsprojekte bieten unsere Fullwood Blockhäuser Raum: Das Blockhaus im Ökopark wird mit regenerativer Nahwärme versorgt und produziert mit seiner Photovoltaik-Anlage auf dem Dach im Jahresmittel mehr Strom, als im Gebäude verbraucht wird.
An dieser Stelle möchten wir Ihnen unseren Blogartikel zum Thema „Holzhaus & Energieeffizienz“ empfehlen.
Kein Fertighaus: Individuelle Lösungen für Ihr Holzhaus
Zusätzlich zu den verwendeten Materialien und Ressourcen sollten Bauherren beim ökologischen Bauen weitere Elemente beachten. Das können konstruktionsbedingte Besonderheiten sein, wie der Schutz der Fenster vor zu starkem Sonneneinfall und die Lage der Wirtschafts- und Lebensräume (Schlafzimmer usw.). Solche Planungsentscheidungen wirken sich direkt auf den späteren Energiebedarf aus, im Sommer wie im Winter. Die Bewohner des Blockhauses Odenwaldblick haben sich einen Schwimmteich angelegt: Er kommt mit einer Umwälzanlage aus und das Wasser ist ohne giftige Chemikalien nicht nur zum Schwimmen gut geeignet, sondern auch ein Heim für Pflanzen und Tiere.
Ökologisches Bauen heißt zukunftsgerichtet denken
Ein Haus aus Holz ist bei korrekter Planung und Ausführung widerstandsfähig und langlebig. Für die Bewertung im Sinne des ökologischen Bauens ist auch das Ende des Lebenszyklus relevant: Welche Materialien eingesetzt werden und wie gut sie sich beim Rückbau trennen lassen, muss anhand der jeweiligen Konstruktion geprüft werden. Wer ökologisch bauen möchte, sollte genau solche Konstruktionsmerkmale vergleichen, statt sich auf Begriffe zu verlassen. Wir setzen bewusst auf Holz und bieten Lehm als individuell wählbare Ergänzung im Wandaufbau an. Die Eigenschaften der eingesetzten Stoffe legen wir offen.
Das Bauen mit Naturbaustoffen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Geschätzt werden sie für Optik und Haptik ebenso wie für ihre bauphysikalischen Eigenschaften, etwa die Feuchtepufferung durch Lehm. Das Holz für unsere Gebäude stammt aus zertifizierter Forstwirtschaft mit nachvollziehbarer Lieferkette, die Inhaltsstoffe der weiteren Baustoffe legen wir Ihnen auf Anfrage offen.
Ökologisches Wohnen: Tipps für einen ressourcenschonenden Haushalt
Nach dem Hausbau entscheidet vor allem das eigene Verhalten über den Ressourcenverbrauch. Mithilfe unserer Tipps senken Sie Verbrauch und Kosten im Alltag. Unsere Empfehlungen:
- Bedarfsgerechtes Heizen: Eine zu hohe Raumtemperatur ist nicht nur ungesund, sondern auch teuer. Das Umweltbundesamt empfiehlt in Wohnräumen maximal 20 °C, in der Küche 18 °C und im Schlafzimmer 17 °C. Die höhere Oberflächentemperatur von Holzwänden wirkt sich zusätzlich auf die empfundene Temperatur im Raum aus. Viele Bewohner empfinden Blockhäuser deshalb bei gleicher Einstellung als wärmer.
- Bewusster Konsum: Wer mit Essensplan einkauft, muss weniger wegwerfen, und viele Lebensmittel sind länger haltbar, als das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt. Zudem sollten Sie nach Möglichkeit zu regionalen und biologischen Produkten greifen.
- Wasser sparen: Lassen Sie Geschirrspüler und Waschmaschine nur voll laufen. Ebenso ist eine warme Dusche deutlich sparsamer als ein heißes Vollbad. Beim Zähneputzen sollten Sie außerdem nicht den Wasserhahn laufen lassen.
- Strom sparen: Nehmen Sie ungenutzte Geräte über eine Steckerleiste mit Schalter vom Netz und löschen Sie das Licht beim Verlassen des Raums. Dadurch senken Sie Ihren Stromverbrauch und Ihre Stromrechnung. Moderne LED-Glühbirnen sparen Strom, ohne dass Sie bei der Qualität des Lichtes oder der Lebensdauer Abstriche machen müssen.